Ui häv ä big Proublm

… mit diesen Worten sind mir die Mechaniker meines Fahrradherstellers entgegen gekommen, als ich mein Fahrrad nach einem geläufigen Check abholen wollte.
Aber nacheinander:

Der gestrige Tag (Mittwoch) war im Trainingsplan als „Ruhetag“ vermerkt. Worauf habe ich denn Lust? Einpaar kleine Geschenke für meine Liebsen einkaufen? Zum Pier gehen und eine Weile gaaanz locker schwimmen? Im „Expo“ bummeln und die neusten Tunings, Gimmicks und Heckmecks anschauen? Man kann beim „Factory Service“ sein Fahrrad gratis checken und nachstellen lassen. Okay, das mache ich.

Ich versuche mich kurz zu halten, weil soweit noch nicht alles geklärt ist und ich mich noch um Vieles hier kümmern muss: Obwohl ich bisher nichts Verdächtiges gemerkt habe, sei ein Teil in meiner Gangschaltung irreparabel kaputt, hieß es in der Werkstatt. Das nötige Ersatzteil hatten sie nicht. But it worked well, i had realy no problem in training. Until ..NOW…?! sagte ich nur. So denkt warhscheinlich jeder, dem grad etwas kaputt gegangen ist, oder? Hier und jetzt, drei Tage vor dem Rennen? Ich war sprachlos. Gut, hilft nichts. Ich rannte los und fand viel später einen Shimano Stand am anderen Ende der Ortschaft, die Jungs waren sehr nett und hilfsbereit und nach drei Stunden Stress pur stand ich wieder vor der ursprünglichen Cérveló Werkstatt mit einer nagelneuen Gangsschaltung. Dehydriert, hungrig und mit einem Sonnenbrand. Alles was dir vor einem Wettkampf nicht passieren soll. Bitte einbauen. Am Abend habe ich meine Zeitfahrmaschine abgeholt. Das Fahrrad war fahrtüchtig. Ich war fertig. Aber das war noch nicht alles.

Beim Abhängen meines Rennanzugs von der Wäscheleine, wo er nach einem sorgfältigen Waschen am Vorabend trocknete, habe ich gemerkt, dass sich die geklebten Nähte an zwei Stellen auflösten. Kaputt. Obwohl er grad zwei Jahre alt ist, ist es aus meiner Sicht ein klarer Garantiefall. Zumindes ein großzügiges Dealangebot müsste von diesem bekannten Hersteller kommen. Ich ging das ganze Expogelände komplett durch, aber einen „Orca“-Stand habe ich nirgendwo gefunden. Kein Mensch am Infostand wusste Bescheid, ob die überhaut irgendwo vor Ort sind. Eine zweite Runde durch das Expo. Orca? Sorry sir. Nix.
Was nun, nähen? Unmöglich, das Ding reißt, wenn man es nicht fachmännisch klebt und selbst das tut man nicht. Die Hersteller wollen neue Modelle verkaufen, nicht reparieren, logisch. Was kaputt ist, ist kaputt, wirf das weg Mann. Okay zurück zur Sache. Das ist NICHT GUT. Es ist nicht nur eine Frage von den mal bezahlten 250 Euro. Es ist ernst: wie kann ich diese meine zweite Haut ersetzen? Durch meine Trainingsklamotten? Blödsinn. Durch eine andere Marke? Nicht jetzt und hier! Wer würde das Risiko eingehen? Mit einer anderen Marke ist alles anders: andere Materialien mit anderen Eigenschaften als gewohnt, eine andere Polstrierung im Schrittbereich, ein anderer Verschlussystem und vor allem: ein anderer Schnitt. Ich habe diesbezüglich eine unpraktische Eigenschaft unten M oben L ggf. S und M (keine dummen Witze jetzt bitte!). Im Ironman muss aber alles passen. Ich spreche hier nicht von einem unangenehmen Gefühl oder Abschürfungen. Ich habe das Ding die ganze Zeit an während ich fast 4 Km schwimme, 180 Km radfahre und 42 Km laufe. Es geht ums „geschafft“ oder „did not finish“ und wegen sowas will man den Vermerk „DNF“ auf der Ergebnisliste nicht hinter seinem Namen haben.
Okay, ich habe keine andere Wahl als auf die Tonne zu Hauen. Eine weitere langwierige Runde durch das Expo. Anprobieren ohne Ende bei der schwühlen Mittagshitze. Jedes Teil, das ich an den unterschiedlichen Ständen an hatte, gab ich nach drei Minuten komplett durchgeschwitzt zurück, mit einem schlechten Gewissen, weil ich es nichteinmal kaufte, weil es nicht gepasst. Schließlich habe ich einen Einteiler gefunden, das mich vom Schnitt her am wenigsten störte sage ich mal. Weiß wie ein Marshmellow sehe ich darin aus und wenn´s anfangen sollte zu regenen, wird`s hinten durchsichtig. Ich kenne das Problem. Das billigste Modell der Marke. Und Megateuer. Heute ist Donnerstag und ich bin noch am Verhandeln. Testen auf dem Fahrrad kann ich ihn nicht mehr, weil ich die Laufräder grad runternahm. Wegen Scherben, die ich beim Training aufsammelte und die im Vorderreifen gefährlich tief stecken, sodass der ganze Reifen ausgetauscht werden muss. Für diejenigen, die es nicht kennen: es ist i.d.R. ein zweitägiges Klebeverfahren. Man gibt den Aufwand gerne ab, aber ich mach´s hier selber.

Es wird. Ich bin zwar am- aber noch im Rennen. Ich hoffe das war‘s mit Pech hier.

Danke an die kulanten Menschen von Shimano und an die TOP-Mechaniker vom Ceramicspeed und Cérvélo. Auch in dieser Hinsicht trift man hier in Kona – Achtung Superlativ – die besten!

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