Verkehr(t)

Jeder Amerikaner auf Hawaii besitzt einen Offroadwagen und einen Harley Davidson. Mit ersterem fährt er einkaufen und mit zweiterem zur Arbeit. Wenn die lauten hungrigen Monster, die übrigens mit den nüchtern aussehenden europäischen SUV nicht zu verwechseln sind, vorbeifahren, denkt sich ein noch nicht akklimatisierter Inselbesucher, dass Hualālai nach zwei hundert Jahren schon wieder ausgebrochen ist. Je größer und lauter, um so besser. Und noch was: Jedes dieser Fahrzeuge hupt, wenn es ab- oder aufgeschlossen wird. Tags und nachts. Am besten dreimal. Der Motor und die Klimaanlage bleiben immer an, der Sprit kostet nichts, ist ja klar.

Es gibt Straßenkreuzungen, an denen kein Rechts vor Links gilt, sondern ein Stoppschild von allen Richtungen die freie Durchfahrt verhindert. Dies hat zu Folge, dass alle anhalten müssen und weiterfahren dürfen in der Reihenfolge, in der sie angehalten haben.

Ab und zu mal sieht man auf der Highway einen freundlichen Hinweis darauf, dass angeschnallt sein das „Federal Low“ vorsieht und einige tun das sogar. Im Gegensatz dazu fühlen sich alle Motorradfahrer/innen irgendwie verpflichtet, KEINEN Helm zu tragen. Safety bzw. Security first!

Like the Bike?

Wenn wir schon beim Thema Fahrrad sind: In Kailua-Kona haben sich Anfang Oktober nicht nur die verrücktesten Ausdauersportler der Welt getroffen. Dieser Ort lockt zum selben Zeitpunkt alle Hersteller von NOCH leichteren (verstehe exzentrischeren), aerodynamischeren (unbequemeren), schnelleren (teureren) Hobeln an. Bei Durchsicht der Radwechselzone am Wettkampfvorabend und während des Rennens selbst wird klar, dass hier die ausgefeiltesten Modelle auf entsprechendes Klientel stoßen. Interesse? Nimm’s mit! Den „special price“ von z.T. $15.000 kannst du am Stand mit deiner Kreditkarte zahlen. Entsprechend viel Spaß macht es, den stolzen Besitzer eines solchen Schmuckstücks im Wettkampf zu überholen und seinen Gesichtsausdruck dabei zu beobachten.

Es gibt hier auch Firmen, die sich auf Bikefitting spezialisieren, und sich (über $ 1.000) vor Kundschaft nicht wehren können. Eine Ketten- und Kugellagerspezialbehandlung spart im Wettkampf 8-10Watt, was auf hundertachtzig Kilometern einige Minuten ausmacht. Standard selbst unter Amateuren ist mittlerweile eine vollelektrische Gangschaltung, oft kabellos, per Funk gesteuert. Auch superleichte Scheibenbremsen, ovale Kettenblätter und Trinksysteme, die im Fahrradrahmen integriert sind, sorgen seit einpaar Jahren nicht mehr für Aufsehen…

… dieses Modell von Ceepo Katana hat vorne keine Gabel. Wozu auch?

Dieses auffällige Diamond muss man in der Wechselzone nicht lange suchen. Ich muss oft auch nicht lange suchen, weil wenn ich nach der ersten Disziplin aus dem Wasser komme, ist die Auswahl an Fahrrädern meistens nicht mehr so groß. Sollte ich mein Fahrrad nicht gefunden haben, hatte ich einen „Plan B“:

… und „C“:

Prinzessin

Ich habe Euch versprochen, mein Zeitfahrrad hier kurz vorzustellen. Es ist unter Druck. Neun Bar, vorne und hinten. Ich hab’s mal „Prinzessin“ genannt weil ich wusste, das der Name meinen Kindern gefallen wird. Sie hat mich über die Ironman-Langdistanzen auf Mallorca, zweimal bei der EM in Frankfurt und jetzt eben auch auf Hawaii auf ihren Schultern getragen.

An ihrem „Oberlenker“ sind die Bremshebel angebracht und am „Aerolenker“ bzw. an dessen Enden (Extensions) bedient man die Gangschaltung: zwei Gänge vorne und elf hinten. In einer idealen, aerodynamischen Position fährt man auf dem Aerolenker, indem sich Ellenbogen auf den gepolsterten Haltern (Pads) stützen. Die Hände greifen vorne an den Hebeln von der Gangschaltung. Der Oberkörper wird dadurch entlastet und „liegt“ parallel zum Oberrohr bzw. zur Fahrbahn.

Im Ironman muss man viel Trinken, deswegen ist eine flache Trinkflasche am Aerolenker zwischen den Extentions angebracht, sodass man über einen Schlauch daraus trinken kann, ohne die Aeroposition verlassen zu müssen. Diese Flasche kann man an den Verpflegungsstationen mit Wasser oder einem isotonischen Getränk (Salz, Mineralien, Energie) nachfüllen. Eine andere Trinkflasche ist am vorderen Rahmenrohr angebracht. Die ist mit einer sehr dicken, honigartigen Mischung von Energiegels gefüllt und stellt meine Hauptenergiequelle während der Radstrecke dar. Eine dritte Trinkflasche befindet sich hinter dem Sattel. Gleich daneben ist noch ein vierter Behälter montiert, in dem allerdings keine Flüssigkeit, sondern Werkzeug, Flickschaum, CO2-Kartuschen und ein Ersatzschlauch zu finden sind, falls ich unterwegs einen Platten kriege oder einen anderen Defekt beheben muss. In der Kleinen schwarzen Fahrradtasche am oberen Rahmenrohr habe ich noch weiteres Werkzeug und eine zusätzliche Energieriegel für Notfälle, die meistens unberührt bleibt und bei Gelegenheit noch eine Münze als Glücksbringer 🙂

Die Prinzessin hat ovale Kettenblätter (Q-Rings), die ermöglichen, in der Abdruckphase des Pedalierens mehr Kraft auf das Hinterrad über die Kette zu übertragen und gleichzeitig werden die Beine beim Ziehen etwas entlastet. Die Hochprofilfelgen bringen Vorteile beim Seitenwind. Wenn dieser aber zu stark oder böhenartig wird, bedarf es viel Übung, die Prinzessin auf der Spur zu halten.

Gemessen an leichten Rennrädern ist sie ziemlich robust und schwer. Ihre aerodynamischen Kurven bieten dem Gegenwind aber recht wenig Anhaltsfläche, sodass sie im Gelände ihren Gewichtsnachteil im Kampf gegen die Zeit gutmachen kann. Ein in den Tretlagern eingebautes Messsystem schickt mit stets die Angaben über meine Leistung (in Watt) und die Trittfrequenz auf meine Sportuhr, die darüber hinaus meine Geschwindigkeit, Entfernung (GPS) und Herzfrequenz aufzeigen kann. Diese Daten ermöglichen mir, meine Kräfte im Rennen gut aufzuteilen und geben mir Rückmeldung darüber, wie ich momentan leistungsmäßig drauf bin.

Der Rahmen aus Karbonphasern gibt dem Fahrrad die entscheidenden Eigenschaften, nämlich Schönheit durch wohlverformte Kurven, Härte im Nehmen durch Steifigkeit aber auch Zerbrechlichkeit … wie man Prinzessinnen halt ab und zu mal so kennt.

Am Mittwoch gelandet

Die Rückreise um die halbe Welt bzw. zwölf Tausend Kilometer, zwölf Zeitzonen, quer über zwei Ozeane, zwei Kontinente, über die USA, Kanada, Grönland, Island und Großbritannien war viel zu aufregend, um schlafen zu können:

Golden Gate Bridge in San Francisco

Great Basin (Nevada)

Waldbrände in Payette National Forrest (Idaho)

Grüße aus SFO

… schon wieder ein (Un-)Bekannter:

Der sechsfache Ironman-Sieger und erste deutsche Gewinner der Weltmeisterschaft auf Hawaii (1997) Namens ……. Bereits vorige Woche bin ich ihm beim Radtraining auf der Queen Ka‘ Highway begegnet und kann bezeugen, dass er seinem damaligen Spitznamen „Hell on Wheels“ immer noch gerecht werden kann.

Auf dem Konaer „Dorfflughafen“ hat er mir heute von den wandelnden, harten Rennbedingungen auf Big Island erzählt. Zwei kurze Beispiele zur Verdeutlichung: Im Jahr 1996 reichte seine Zielzeit von 8:06h „nur“ für den Titel des Vice-Weltmeisters. Ein Jahr später pulverisierte er seine Konkurrenz mit einer vergleichbaren Leistung (sagt er) und feierte seinen Triumph mit 8:33h. Diese wahre Legende des Triathlons kennt aber auch die absolute Kehrseite des Ironmans in Kona, indem fünf von seinen beeindruckenden sechzehn Starts bei der WM bereits vor der Ziellinie für ihn endeten.

Was für ein Erlebnis für mich, diesem charismatischen Mann auf so eine offene und ausgesprochen freundliche Weise begegnen zu dürfen. Auch noch heute nach vielen Jahren hat mir der gute Mann, in einer schnelleren Schlange vor dem Check-in stehend, gute zwei Minuten abgenommen. Hell on Heels!

Viele Grüße aus meinem Umstieg in San Francisco ✋

(@Jan: vielen Dank für das Foto, Fensterplatz ist Fensterplatz:)

Ausruhen und heim

Auf Regeneration nach einer körperlichen Belastung wird in Ausdauersportarten ein großer Wert gelegt. Man wird nicht besser bzw. schneller, stärker im Training, sondern in der Ruhephase danach. Konzepte und mehr oder weniger hilfreiche Produkte gibt es auf dem Markt jede Menge. Viele sind gut, aber nicht billig…


… deswegen setze ich zu Hause lieber auf Schlaf und …Placebo 🙂

Eine Bootstour am Tag nach dem Rennen mit Schnorcheln ist, denke ich, genau das richtige um das Gleichgewicht im Körper wieder herzustellen.

Und gleich geht´s los mit dem Bus zum Flughafen:

Vorschlag: lass uns in Konkakt bleiben! Ich werde für Euch nach meiner Rückkehr in Deutschland weitere Blogbeiträge über Hawaii, Ironman und die Welt schreiben, okay?

Interesse? Ihr Könnt diesen Blog abonnieren: schreibt mir eine Mail: dalibor.cesak@posteo.de

Siegerehrung

…eine Riesensparty mit all den Stars war sehr lang und trotzdem kurzweilig! Im Vordergrund in der VIP-Zone verweilt das „Triathlon Bahrein Endurance Team“ bestehend aus sportlich sehr ausdauerlichen Bodygurads vom passionierten Triathlet Nasser bin Hamad al-Khalifa, dem Scheich von Bahrain (in der Mitte stehend). Es ist kein einfacher Job, ein Leibwächter des einunddreißigjährigen Kommandants der Bahrain Royal Guard und des Präsidenten des Bahrain Olympischen Komitees in einer Person zu sein. Nasser bin Hamad hat am Samstag in beeindruckenden 9:15h gefinisht, gefolgt von allen Mitgliedern seines Teams, die selbst ausgesetzt einer enormen Belastung im Ironman ihrer Verpflichtung nachgekommen sind, den Sohn des Königs von Bahrein auf jeden Fall zu beschützen und auf keinen Fall … zu überholen.

Ich weiß nicht, wer das ist, aber er war wohl (auch) sehr schnell…
… danke Patrick, Du hast hier am Samstag, dem 13. Oktober 2018, deinen eigenen Streckenrekord gebrochen und die Geschichte unserer Sportart erneut überschrieben!

…und wer von Euch erkennt diesen großen Mann neben mir?

@Simon: richtig!

@ meine Frau

Als Letztes vor dem Abflug nach Hause bleibt noch übrig, in aller Kürze an die beste Frau in der ganzen Welt (nicht nur unter meinen Faninnen) zu schreiben, dass ich ihr nicht genug dankbar dafür sein kann, dass sie immer bei mir steht, mich unterstützt und sich für mich und unsere Familie oft aufopfert. Liebe Henrike, ich schreib nur auf, was wir beide wissen: wenn es Dich nicht gäbe, könnte und wollte ich hier auf Hawaii meinen Traum nicht gelebt haben. Jetzt bist Du wieder dran! Und den Rest flüstere ich Dir ins Ohr…

 

…geschafft

Vielen herzlichen Dank für die vielen guten Wünsche, fürs Mitfiebern und Eure Gratulationen zum Ankommen im Ziel. ICH SCHÄTZE SIE SEHR! Mein Traum wurde wahr. Ich habe an Euch auf der Strecke gedacht und mich immer wieder daran aufgebaut, dass ihr mich anfeuert. Nochmals vielen Dank dafür! ❤️

…ich werde Euch einzeln antworten und auch in diesem Blog weitere Beträge und Fotos aus dem IM und aus der geplanten Bootstour morgen posten, bitte aber um noch etwas Geduld 🙂

One Dime

Okay, soweit fast alles geklärt. Das Fahrrad ist komplett und startklar. Entweder kriege ich noch einen nagelneuen Rennanzug wie angekündigt oder ich darf einen von meinem Mitbewohner Jan leihen, der auch gut passen könnte. Ich kümmere mich drum. Hier ist noch Donnerstag spät Abend, morgen muss ich in allen drei Disziplinen ein letztes leichtes Training absolvieren, die Wechelzonen richen, die Verpflegung vorbereien, meine Radtrinkflaschen füllen, das Fahrrad bei der technischen Kontrolle einchecken, am richtigen Ständer abgaufhängen und so weiter. Daher, wenn ihr erlaubt, schicke ich euch diesen letzten Beitrag vor dem Rennen, schneide mich vom Internet ab und kündige eine Funkstille bis Sonntag Nachmittag an. (Ich kann nicht ausschließen, noch ich noch etwas poste, geplant ist es aber nicht.) Ich bin glücklich dass es euch gibt, liebe Freunde und Leserinnen dieses Bloggs, wünsche euch ein schönes Wochenende und grüße euch ALLE!

Vorige Woche habe ich auf der Radstrecke kurz vor der Kreuzung Queen Ka‘ und Alii‘ Drive eine Münze gesichtet. Sie glänzte in der Sonne. Erstmal dachte ich, sie wäre eine gefährliche Scherbe, eine Schraube oder ein Nagel, von deren es auf der Highway jede Menge gibt, wesswegen Vorsicht angebracht ist. Viele kriegen hier einen Platten, die Flicker und Wchsler sieht man auf der Strecke wirklich auf jedem dritten Kilometer. Ich versuchte auszuweichen, hiet an und sammelte sie auf. Sie war von der prallenden Mittagssonne so heiß, dass es eine kurze Weile dauerte, bis ich sie auf die Handfläche legen und genauer anschauen konnte. Ich werde sie auf der Radstrecke am Samstag mit dabei haben. Sie wird mein Glügksbringer sein. Als solche ist sie für mich Gold wert. Nominal fünf Cent. Fünf Wünsche frei? …oh, eine schwierige Aufgabe, ich habe nämlich so viele! Es muss schon einiges zusammen kommen, damit es hier mit dem finishen klapp, glaubt mir. Ok, fünf. Ich habe eine Idee, ich liste hier nur die auf „G“ auf:

  1. Gesundheit
  2. Glück
  3. Geduld
  4. Graft
  5. G – ohne „r“ dazwischen bitte – ausdauer.

= Geiles Rennen. Mein unbescheidendes aber realistisches Ziel ist, als „Dayligt Finisher“ im Ziel anzukommen∗. Ist es wirklich so einfach? Denk ich nicht. Das Gegenteil von jedem der oben genannten Worte werden übermorgen die salzigen Wellen in meine Augen spülen, die glühende Highway meinen Reifen zuflüstern und die Sonnenstrahlen in meine weiße Haut gravieren. Ich mit mir und gleichzeitig gegen mich, verstehst du? Elf Stunden oder wie viel auch immer lang. Wird das weh tun? Weiß ich nicht. Eins weiß ich aber schon: Egal wie viele Ironmans du schon absolviert hast, egal wie viele Trainingskilometer du auf dem Buckel hast, wie jung und fit du dich fühlst, hier ist alles anders. Anders als jemals zuvor. Ich habe für Euch Bilder von der idyllischen Seite Hawaii´s gepostet und mich dabei köstlich amüsiert und …ja, abgelenkt. Die Insel hat schon einpaar Erlauchten einzigartige Triathleten große Siege feiern und dadurch Geschichte dieser jungen Sportart schreiben lassen. Sie hat aber auch unvergleichbar mehr tapfere Helden ihre heftige, bittere, nein, grausame Kehrseite gezeit. Und der Schweinehund meldet sich immer öfter. Was machst du hier eigentlich? Willst du das wirklich? Hast du das n-ö-t-i-g? Möchtest du stattdessen jetzt nicht lieber einen schönen Familienurlaub auf Korsika machen? Ja, ich will das. Keiner zwingt mich. Es ist mir eine Ehre, hier starten zu dürfen und bin stolz darauf, sich dafür durch meine sportliche Leistung qualifiziert zu haben. Ich kann zwar nicht schreiben, dass ich das Rennen hier gewinnen kann und will. Ich will aber auch nicht schreiben, ich möchte bummeln oder nur das Rennen genießen. So einfach ist es nicht. Ich habe Mortzrespekt vor der Herausforderung, werde mich ihr aber stellen und es ist jetzt soweit. Ich spüre eine unglabliche Unterstützung von allen Mitfiebernden, stütze mich darauf, was ich unter der Leitung von meinen Coach Frank Vytrisal monate und jahrelang trainiert habe, mache am Samstag früh am Sart die Augen kurz zu und zieh´s durch. So gut wie ich kann, für mich, für meinen Vorsatz der im Namen dieser Homepage steht und für euch, …wenn ihr wollt 🙂 Ahloha!

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∗ die Sonne geht hier am Nachmittag senkrecht unter, sodass es gegen sechs Uhr innerhalb von Minuten dunkel wird. Kurz davor werden auf der Strecke taschenlampen ausgegeben. Als Mensch mit Familie und Vollzeitjob bin ich aufs trainieren im Dunkeln bestens vorbereitet :)))

Ui häv ä big Proublm

… mit diesen Worten sind mir die Mechaniker meines Fahrradherstellers entgegen gekommen, als ich mein Fahrrad nach einem geläufigen Check abholen wollte.
Aber nacheinander:

Der gestrige Tag (Mittwoch) war im Trainingsplan als „Ruhetag“ vermerkt. Worauf habe ich denn Lust? Einpaar kleine Geschenke für meine Liebsen einkaufen? Zum Pier gehen und eine Weile gaaanz locker schwimmen? Im „Expo“ bummeln und die neusten Tunings, Gimmicks und Heckmecks anschauen? Man kann beim „Factory Service“ sein Fahrrad gratis checken und nachstellen lassen. Okay, das mache ich.

Ich versuche mich kurz zu halten, weil soweit noch nicht alles geklärt ist und ich mich noch um Vieles hier kümmern muss: Obwohl ich bisher nichts Verdächtiges gemerkt habe, sei ein Teil in meiner Gangschaltung irreparabel kaputt, hieß es in der Werkstatt. Das nötige Ersatzteil hatten sie nicht. But it worked well, i had realy no problem in training. Until ..NOW…?! sagte ich nur. So denkt warhscheinlich jeder, dem grad etwas kaputt gegangen ist, oder? Hier und jetzt, drei Tage vor dem Rennen? Ich war sprachlos. Gut, hilft nichts. Ich rannte los und fand viel später einen Shimano Stand am anderen Ende der Ortschaft, die Jungs waren sehr nett und hilfsbereit und nach drei Stunden Stress pur stand ich wieder vor der ursprünglichen Cérveló Werkstatt mit einer nagelneuen Gangsschaltung. Dehydriert, hungrig und mit einem Sonnenbrand. Alles was dir vor einem Wettkampf nicht passieren soll. Bitte einbauen. Am Abend habe ich meine Zeitfahrmaschine abgeholt. Das Fahrrad war fahrtüchtig. Ich war fertig. Aber das war noch nicht alles.

Beim Abhängen meines Rennanzugs von der Wäscheleine, wo er nach einem sorgfältigen Waschen am Vorabend trocknete, habe ich gemerkt, dass sich die geklebten Nähte an zwei Stellen auflösten. Kaputt. Obwohl er grad zwei Jahre alt ist, ist es aus meiner Sicht ein klarer Garantiefall. Zumindes ein großzügiges Dealangebot müsste von diesem bekannten Hersteller kommen. Ich ging das ganze Expogelände komplett durch, aber einen „Orca“-Stand habe ich nirgendwo gefunden. Kein Mensch am Infostand wusste Bescheid, ob die überhaut irgendwo vor Ort sind. Eine zweite Runde durch das Expo. Orca? Sorry sir. Nix.
Was nun, nähen? Unmöglich, das Ding reißt, wenn man es nicht fachmännisch klebt und selbst das tut man nicht. Die Hersteller wollen neue Modelle verkaufen, nicht reparieren, logisch. Was kaputt ist, ist kaputt, wirf das weg Mann. Okay zurück zur Sache. Das ist NICHT GUT. Es ist nicht nur eine Frage von den mal bezahlten 250 Euro. Es ist ernst: wie kann ich diese meine zweite Haut ersetzen? Durch meine Trainingsklamotten? Blödsinn. Durch eine andere Marke? Nicht jetzt und hier! Wer würde das Risiko eingehen? Mit einer anderen Marke ist alles anders: andere Materialien mit anderen Eigenschaften als gewohnt, eine andere Polstrierung im Schrittbereich, ein anderer Verschlussystem und vor allem: ein anderer Schnitt. Ich habe diesbezüglich eine unpraktische Eigenschaft unten M oben L ggf. S und M (keine dummen Witze jetzt bitte!). Im Ironman muss aber alles passen. Ich spreche hier nicht von einem unangenehmen Gefühl oder Abschürfungen. Ich habe das Ding die ganze Zeit an während ich fast 4 Km schwimme, 180 Km radfahre und 42 Km laufe. Es geht ums „geschafft“ oder „did not finish“ und wegen sowas will man den Vermerk „DNF“ auf der Ergebnisliste nicht hinter seinem Namen haben.
Okay, ich habe keine andere Wahl als auf die Tonne zu Hauen. Eine weitere langwierige Runde durch das Expo. Anprobieren ohne Ende bei der schwühlen Mittagshitze. Jedes Teil, das ich an den unterschiedlichen Ständen an hatte, gab ich nach drei Minuten komplett durchgeschwitzt zurück, mit einem schlechten Gewissen, weil ich es nichteinmal kaufte, weil es nicht gepasst. Schließlich habe ich einen Einteiler gefunden, das mich vom Schnitt her am wenigsten störte sage ich mal. Weiß wie ein Marshmellow sehe ich darin aus und wenn´s anfangen sollte zu regenen, wird`s hinten durchsichtig. Ich kenne das Problem. Das billigste Modell der Marke. Und Megateuer. Heute ist Donnerstag und ich bin noch am Verhandeln. Testen auf dem Fahrrad kann ich ihn nicht mehr, weil ich die Laufräder grad runternahm. Wegen Scherben, die ich beim Training aufsammelte und die im Vorderreifen gefährlich tief stecken, sodass der ganze Reifen ausgetauscht werden muss. Für diejenigen, die es nicht kennen: es ist i.d.R. ein zweitägiges Klebeverfahren. Man gibt den Aufwand gerne ab, aber ich mach´s hier selber.

Es wird. Ich bin zwar am- aber noch im Rennen. Ich hoffe das war‘s mit Pech hier.

Danke an die kulanten Menschen von Shimano und an die TOP-Mechaniker vom Ceramicspeed und Cérvélo. Auch in dieser Hinsicht trift man hier in Kona – Achtung Superlativ – die besten!

ACHTUNG Versteigerung!

Aloha Ihr Lieben. Es haben mich einige von Euch total nett angeschrieben mit der Frage, ob ich noch etwas bräuchte oder ob noch materiell unterstützen können. JA, ihr könnt bei Bedarf mein Angebot wahrnehmen oder folgende drei wirklich einzigartige Gegenstäde aus dem IRONMAN WORLD CHAMPIONCHIP HAWAII 2018 hier in diesem Blog versteigern. Dieses Jahr feiert diese relativ junge Sportart ihr rundes Jubiläum, hier auf der Insel ist dieses mythische Rennen vor vierzig Jahren entstanden! Der Ertrag aus der Versteigerung wird zu 100% den beiden Vereinen für Kinder mit Rheuma gespendet. Wenn ihr nicht aus Heidelberg kommt, erreicht euch der Artikel per Post. Bitte lass uns die Orga der Versteigerung einfach halten: wer spenden will, schreibe bitte in einem Kommentar unter diesem Blog seinen vollständigen Namen, ggf. den Firmennamen, auf welchen Gegenstand man bietet und den angebotenen Preis in Euro. Ohne Name und Zahl nicht gültig, ok? Wer mehr bieten will, genau dass selbe im nächsten Kommentar. Für die Übersichtlichkeit bitte ich recht herzlich darum, von andersartigen Kommentaren unter diesem Beitrag abzusehen, vielen herzlichen Dank für euer Verstädnis. Das Auktionsende ist am Mittwoch 17. Oktober 2018 um 20.00 Uhr. (An diesem Tag komme ich aller aussicht nach todmüde zu Hause in Heidelberg an und werde eure Gebote bis zur letzten Minute verfolgen und mitfiebern so wie ich nur kann. Diesmal möchte ich ein amüsierter Zuschauer/Leser sein, wenn ihr erlaubt. Die Auktion ist eröffnet, viel Spaß beim bieten!

Dritter Preis. Eine echt coole Kappe „Canyon“. Der mehrfache Weltmeister auf unterschiedlichen Distanzen und Olympiasieger Jan Frodeno weiß die Fahrräder dieser deutschen Schmiede zu schätzen. Für Fahrradfans oder ein geheimer Geschenktipp für Euer Nachwuchs?

Ein Badehandtuch original Ironman, Edition 40th Aniversary 1978-2018. Es ist ein absoluter Hingucker in jedem Freibad (und beim Physio). Die schwarze Lavafarbe gibt einem Schmutz keine Chance. Man kann es aber auch gelegentlich auf 60 waschen.

Erster Preis. Eine praktische superschicke multifunktionlale Tasche zum Umhängen über die Schulter kann auch als Rucksack getragen werden. Diese ist nicht in Shops kaufen! Sie wurde exklusiv für die Starter/innen bei der IM WM hergestellt. Mit diesem Sammlerstück werdet ihr euren Aldi-Einkauf bis zum vierten Stock garantiert 40 Sekunden schneller tragen können!

No Comment

Heute kam ich in einen Stau.

p.s. Ich bin mir nach dem Veröffentlichen dieses Beitrags des hohen Risikos bewusst, dass meine liebe Frau Henrike am 17. Oktober um zehn Uhr sehr viel zu tun haben wird in der Arbeit und mit den Kindern und so, ist ja auch verständlich. Kann mich jemand zufällig vom Flughafen abholen? Achtung, sehr viel Gepäck!

p.p.s. könnte mir eine/r Gleichstellungsbeauftragte eine Stellungnahme hierzu geben? Ich habe mich auf der Straße einfach bedroht gefühlt. Wie gut das nichts passiert ist!

 

Trisneyland

Zu Beginn eine kleine Bestandaufnahme, die für mich eigentlich ganz positiv ist. Ich habe mich an das Klima hier gewöhnt, sodass es mich nicht mehr kümmert, dass es hier brutal zu heiß ist. Ich frage micht auch nicht mehr, wie ich beim Training aus der feuchten Luft Sauerstoff statt Lungenpilz kriegen könnte. Und klar spüre ich meine Wehwehchen, die mich schon seit Jahren in unterschiedlichen Ausprägung treu begleiten, kann aber sagen, dass mich das Rheuma hier bisher relativ in Ruhe lässt! Auch sonst bin soweit gesund geblieben, was nicht selbstverständlich ist: Stress beim Packen, ewig lange Flüge bis hierhin, Schlafmangel, Training, psychische Belastung durch die ganze Welmeisterschaft hier, die allgegenwärtigen voll aufgedrehten Klimaanlagen, die schlagartige Temperaturunterschiede von mindestens fünzehn Grad schaffen. In den sieben Tagen, seitdem ich hier bin, konnte ich meinen Trainingsplan gut umsetzen, viele neue Erfahrungen gesammeln, die für mich als Rookie (Erststarter auf Hawaii) für Samstag unbezahlbar sind. Viele neue Erkenntnisse bezüglich Training, Aklimatisierung, Technik usw. würden für einen selbständigen Blog ausreichen. Ich habe sie mitgenommen und in meiner Rennstrategie (verstehe der Absicht, heil ins Ziel zu kommen) einbezogen. Einige Annahmen und Trainingsgewohnheiten, insbesondere beim Schwimmen, habe ich angepasst oder verworfen, weil auch ziemlich grundsätzliche Dinge, die bei Rennen in Europa hilfreich sind, hier einfach nicht so funktionieren. Ein gutes Gefühl kam beim mir Woche auch deswegen an, weil ich hier endlich auf mein gewohntes Wettkampfgewicht runterkam. Meine Form stimmt, wenn ich das gegenüber der beieindruckenden Konkurrenz hier so sagen darf. Ich habe meine Startunterlagen abgeholt und bin jetzt offiziell eingecheckt. Darüber hinaus sind zu Hause alle in Ordnung und ich bin auch gut drauf, das ist jetzt für mich das Wichtigste.

Es gibt hier jede Menge Programm, Kailua-Kona ist diese Woche zu einer einzigen Parade-, Happening- und Partystadt geworden. Die Athleten halten sich abends eher zurück und nehmen lieber am offiziellen Umzug der Nationen teil. Die Spaßlustigen (vor allem Begleitpersonen und Zuschauer) machen den „Underpants-Run“ mit, also ein Parodierennen mit so viel Kleidung wie nötig, um nicht verhaftet zu werden. Wahrscheinlich gehe ich kurz noch bei der Megapastaparty vorbei, um die Stimmung zu schnappen, mein Carboloading ein bisschen anzutreiben(eine unter Trias verbreitete Ernährungsstrategie vor einem langen Rennen) und nicht zuletzt um einen längst fälligen Einkauf in den überfüllten Supermärkten zu vermeiden.

… some like it hot!

Who‘s that?

Eine Frage für/an Euch alle: Wer sind die guten Männer auf den Fotos? Schreib ein Kommentar. Wenn du mehr als die Namen weißt, schreib mehr.
Erster Preis ein minikleines Geschenk Deiner Wahl (z.B. eine Radtrinkflasche von Hawaii Tours, eine ehemals frische Banane aus dem Farmers´Maket in Kailua-Kona, eine negative Dopingprobe von mir, was auch immer). Keine Rücknahme und keine Barauszahlung der Preise möglich. Werte Inhaber/innen einer Triathlonrennlizenz sind aus der Teilnahme am Rätseln ausgeschlossen, sorry.

        

… einfach so. Nette Begegnungen mit den Legenden auf der Alii`Drive. Man denkt, jahrzehnten lang Ironman professionell zu betreiben macht dich kaputt. Aber schau mal wie die beiden strahlen und m.E. liefen sie auf der Straße gerade und aufrecht, ganz normal. Und beide wiegen immer nocht sechzig Kilo – mit Handy und Haustürschlüssel in der Hosentasche.

Danke für Eure Kommentare! @Peter: YEAH, erraten! Wer ein kurzes Stimmungsbild haben möchte, schau mal hin: https://www.youtube.com/watch?v=zOVGVMiwPSA

Die beiden Legenden trifft man hier lebendig auf der Straße oder … verewigt am Pier:

Eiserner Fieber

„Eho’omanawa nui“ ist hawaiianisch und bedeutet so viel wie „Nur kein Stress“. Mein netter Mitbewohner Jan aus Berlin und ich halten uns konsequent an diesem Vorsatz. (Aktualisierung 11.10.: Jan will nicht als „netter Mitbewohner“ bezeichnet werden sondern lieber als „Leidensgenosse“. Ich habe verstanden, wir sind zwei „Leidensgenießer“ hier auf der Insel. Korrekt? Das passt.)

Eine Quizzfrage: Wann fällst du auf dieser Insel als Triathlet total komisch auf?
A) wenn du mehr als 5% Körperfettanteil hast
B) wenn du in den letzten Tagen vor dem Rennen nicht viel und hart trainierst
C) wenn du als Mann deine Beine (noch) nicht rasiert hast
D) wenn du …

… statt dich ausschließlich um A, B und C zu kümmern hier noch anfängst, Pflanzen und Tiere mit zoom zu fotografieren.

Unter Strom, würde ich folgendes Bild nennen:img_4148
…nein, richtig, das bin NICHT ich. Einer meiner vieler Kontrahenten. Respekt!
Eigentlich wollte ich die Landschaft mit einer dicken Regenwolke und einem minikleinen Regenbogen zwischen den zwei Masten fotografieren, er ist mir da nur reingefahren. Zufal? Kunst!


… und das bin ich auch nicht. Am frühen Samstag Nachmittag (Ortszeit Hawaii, -12h Zeitverschiebung zu Berlin) möchte ich an dieser Stelle sein. Lebendig und lebhaft. Ein Foto von der Laufstreckenbesichtigung.

Holy Shit

Obwohl Ironman bereits Millionen Anhänger in der ganzen Welt gefunden hat, ist es meines Wissens noch keine anerkannte Religion (Stand 10.10.2018). Hunderte orthodoxe Trifanatiker sieht man hier auf jedem Schritt, die hawaiianischen Zeugen Jehovas überigens auch, und es ist echt beeindruckend. Du kannst diesem Ironmanwahn nicht entgehen. Sie/wir sind überall. (Ich gehöre nicht dazu, ich bin ein Delfin). Auf der Strecke, am Pier, in Läden und Supermärkten. Eine Plage von Körperwelten. Hautnah. Es sind genau drei Tage bis zum Wettkampf. Fotos schießen von der Landschaft ohne trainierende Menschen im Vor- Mittel- oder Hintergrund kriegst du nicht hin, aber kein Problem. Du kannst nicht aufs Klo gehen, ohne dass dir von irgendwoher ein durchtrainierter qualifizierter Toptriathlet aus beliebiger Ecke der Welt in seiner besten Lebensform entgegen springt. Am ehesten gleich zwei. ABER! In die Kirche gingen hier heute alle…

…weeeeil hier eine Wettkampfbesprechung (auf Deutsch) stattfand:

Nur am Rande, sorry, liebe Racedirectors, aber ich kann mir folgende Bemerkung nicht verkneifen: Wenn ihr in einer Kirche beim „Athlete Meeting“ tausendmal vom Respekt gegenüber alles möglichem und von der Wettkampfethik prädigt, könntet ihr vor dem Tisch auf der Bühne (früher Altar), über das ihr eine selbst für Euch unlesbare Powerpoint projiziert, zumindest eure coolen IM-Baseballkappen absetzen und Begriffe wie „holy shit“ aufs Mikro vermeiden? Und wie wäre es mit einem Dankeschön an die Kirchengemeinde, dass wir uns an diesem Ort versammeln dürfen? Es weckt den Eindruck, ihr wisst nicht, wovon ihr redet und das möchte ich euch nicht unterstellen. Die IM-Veranstaltung ist TOP organisiert mit 3000 supernetten hilfsbereiten Freiwilligen in Kailua, auf der Strecke, überall wo man sie bei dieser Großveranstaltung braucht und im Wettkampf brauchen wird. Man kann nicht genug dankbar dafür sein, vielen Dank und alle Achtung! Aber es gibt leider ein kleines schattenwerfendes Aber: Wenn ihr so unvorbereitet, chaotisch und arrogant auftretet und darüber hinaus auf Superlative steht, muss ich leider noch eins ergänzen: Ihre Performance heute war in aller Hinsicht DIE schlechteste Wettkampfbesprechung, der ich jemals folgen durfte. Keep cool. Schon vergessen. Gut.

Live-Übertragung des Ironmans

Im Fernsehen und auch online im Stream ist der Ironman Hawaii 2018 beim ZDF zu sehen. Die Live-Übertragung unter zdfsport.de startet am 13. Oktober um 18.30 Uhr. Im TV steigt das ZDF dann nach dem Aktuellen Sportstudio ab 0 Uhr ein, das Ende der Live-Übertragung ist für 3.45 Uhr angesetzt. Alternativ wird der Ironman Hawaii auch auf der Facebook-Seite des Veranstalters im Livestream übertragen (auf Englisch).

Ihr könnt während des Rennens mitfiebern und einzelne Starter live verfolgen. Es geht am besten mit einer kostenlosen App „Ironman Tracker“ oder direkt auf der Homepage des Veranstalters, die am Samstag freigeschaltet wird. Meine Startnummer ist 1392.

Hier eine kurze Übersicht:

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Spread the Word

Blogschreiben ist eine äußerst persönliche Sache, klar. Jetzt mal ohne Wertung bitte. Sie hat auch was therapeutisches in sich, ist grad mein neuer Eindruck. Man will ETWAS teilen, was man eigentlich im Hinblick auf die ursprüngliche Intensität der Erfahrung nicht festhalten kann. Und hier auf der Insel gilt das um so mehr. Zum Zeitpunkt des Schreibens, wie zeitnah auch immer es geschieht, hat man DAS eigentlich nicht mehr parat, nur den Ausklang. Nachdieseln würde man in Deutschland sagen. Mann will aber trotzdem irgendwie alles in Worten ergreifen und teilen. Aber für wen? Für andere? Für sich? Warum und wie geht das überhaupt? Oder nocht schlimmer: wie kommt es an? Den Blog aus Hawaii schreibe ich gerne für Euch alle, meine Lieben, die hier mit mir nicht sein könnt. Und für mich tue ich das von dem Wunsch geleitet, das Wertvolle (ein subjektiver Begriff, ich weiß) nochmals ins Bewusstsein zu rufen, in der Hoffnung, die langsam aber unwiderruflich verblassende Erinnerung noch eine Weile länger bei sich zu halten, als die Realität das erlaubte.
Übrigens. Die hawaiianische Sprache lebt und wird hier in Schulen unterrichtet. Sie hat nur zwölf Buchstaben und ganz viele Betonungszeichen. Und das reicht, um die Bibel zu übersetzen. Also geht doch, …nö?

Vom Zugehörigkeitsgefühl

Diese Oktobertage ist es genau fünfzehn Jahre her, seit ich als Austauschstudent über Erasmus nach Deutschland kam. Ich fühle mich von Anfang an so wohl in diesem Land und Ihr, liebe Freunde unter Euch werten Leser/innen, habt einen Riesenanteil daran. Heidelberg ist mein geliebtes zu Hause geworden und ich wünsche mir sehr, in dieser Stadt mit meiner Familie weiter glücklich zu leben. Heute habe ich ein Geschenk zu diesem kleinen Jubiläum bekommen, das ich mir im Leben nicht hätte erträumen können. So, und wenn man einen guten Grund zum feiern hat, kann es unter Umständen auch emotional zukommen. Also bitte ich schon im Vorab um Nachsicht.

Es ist Dienstag Vormittag und ich komme grad vom Schwimmen auf der Rennstrecke. Ein kristallklares Wasser mit – wieder – hohen Wellen und in der Rennwoche – logisch – auch sehr vielen schnellen Triathleten. Es war mir zu stressig im ewig langen Pulk wie eine Rosine im Apfelstrudel zu schwimmen (und ständig überholt zu werden), deswegen bin ich vom durch Bojen abgesteckten Idealkurs abgewichen und letzlich einpaar Hundert Meter in Richtung Ozean meine relative Ruhe beim Kraulen gefunden. Und etwa anderthalb Kilometer vom Ufer ist das passiert, worauf ich nicht mehr gehofft habe: Delfine kamen. Erstmal zwei neugierige, sie kamen ganz nah zu mir etwa auf eine Körperlänge und sind mitgeschwommen. Ganz langsam. Mal neben mir, mal tiefer und bei Lust haben sie einen Bogen über dem Wasserspiegel geschlagen. Wahrscheinlich haben sie sich über mein Tempo und meine bemühte Wasserlage (ggf. über meine rote Badehose) amüsiert. Es war in dem Moment kein Mensch um mich herum, nur diese unglaublich elegante Tiere. Gleich wurden sie immer mehr, bei dreißig habe ich aufgehört zu zählen, war auch egal, unterschiedliche Größen bis zu ca. zweieinhalb Meter lang. Sie sind mitgeschwommen, haben gespielt, mit kleinen nah an ihrem Körper dran nach links und gleich nach rechts und hatten echt keine Eile. Das Gefühl kann man schlicht nicht beschreiben. Ich war entschlossen gewesen, meine drei Kilometer im Wettkampftempo am Stück durchzuziehen, es ging aber schlicht nicht mehr, ich hielt an und versuchte gleich wieder mit der Gruppe weiter zu schwimmen und nachzumachen, was sie grad tun und habe mich um noch mehr ihrer Aufmerksamkeit bemüht.
Ich verrate euch was: Wenn sie kommen, kannst du sie früher hören als sehen. Sie pfeifen ganz leise, aber das Geräusch drängt die Wassermasse messerschaft klar durch. Es sind viele sehr hohe unaufdringliche Töne von der Art wie man von einer Bohrmaschine beim Zahnarzt hört, aber unvergleichbar angenehmer, schöner, melodischer. Du lauschst nur und möchtest antworten, mitreden, aber es ist dir klar, dass jeder Versuch die Harmonie stören, als lächerlich ankommen lassen oder gar ins Leere fallen würde. Du verstehst natürlich kein Ton, aber du möchtest das gerne und hast keine Zeiweifel daran, dass sie sich auch über dich unterhalten. Es fühlte sich alles so natürlich an, dass du – egal wo sie hinschwimmen, in die Weite oder Tiefe des unendlichen Pazifiks – zumindest für eine Weile dahin wo sie hinwollen mitschwimmen möchtest. Obwohl sie sich nicht zu arg kümmern um dich, kreisen sie um dich herum und geben dir, in ihrer unendlichen Harmonie und – ja – Majestät, das Gefühl, das wäre so in Ordnung dass du bei ihnen mitschwimmst oder sogar du wärest einer von ihnen. Du merkst, du bist so anders als sie aber trotzdem fühlst du dich in ihrem zu Hause willkommen und angenommen. Versteht man das was ich meine wenn ich es so schreibe?
Das ganze konnte ewige fünf oder sieben Minuten dauern. Dann auf einmal waren sie alle werschwunden. Noch habe ich eine Weile gesucht und gelauscht, sah und hörte aber nichts mehr. Der Ozean war leer, nur die unendlichen blauen Wassermassen armten mich um und ab und zu schwammen einpaar von den allgegenwärtigen tropischen gelben, schwarzen und vielfarbigen wohlverformten Fischen mit Schleiern vorbei. Was übrig blieb war meine überflutende Freude pur, Gänzehaut und ein ganz keines bisschen Traurigkeit darüber, dass es schon vorbei ist. Alles klar, ich bin kein Fisch. Ich weiß schon wer ich bin, was ich ungefähr so kann und wo ich hingehöre. Ab und zu weiß ich auch, was ich will. Und seid Euch bitte nicht so sicher, es hat unbedingt mit dem Ironman was zu tun. Ahoha.

p.s. keine Zeit für Sprach- und Gefühlskorrektur, wie immer. Hab auch kein passendes Selfie dazu. Sorry, muss aufs Rad.

Hotel

Unser Racehotel Royal Sea Cliff Resort liegt direkt an der Laufstrecke etwa zwei Kilometer vom Pier/Start des Ironmans in Kailua-Kona entfernt. Auf dem zweiten Foto ist der Vulkan Hualālai zu sehen, der hoffentlich besser schläft als er das noch im Frühjahr dieses Jahres tat (und als wir das hier unten die ganzen vorherigen Nächte tun). Die Unterkunft in einem Appartement mit drei anderen netten Menschen ist ganz prima :))

Wikipedia: „Der Hualālai ist einer der drei aktiven Vulkane auf Hawaii ... Sein Gipfel liegt 2.521 Meter über dem Meeresspiegel.“

Spende für Kinder mit Rheuma

Ihr Lieben,

dadurch dass ich schon jetzt so viel Unterstützung erhalten habe, kann ich bereits jetzt zusagen, dass die beiden Vereine für Kinder mit Rheuma (siehe Sponsoring), die ich unterstütze, insgesamt mindestens 800€ erhalten werden. Und um es noch ein bisschen spannender zu machen:

Sollten am Wettkampftag, dem 13. Oktober 2018, mindestens 150 Menschen diese Homepage aufrufenwerde ich die Summe auf 1000€ aufrunden. Also macht bitte mit und leitet den Link zu http://www.myrheo.com weiter. Vielleicht fühlt sich die eine oder der andere durch meine kleine Geschichte vom Rheuma und Ironman ermutigt und inspiriert. Ich würde mich freuen, wenn mein Angebot weitere Menschen erreicht und anspricht. Möglicherweise lassen sich auf diesem Wege auch neue Unterstützer/innen für künftige Projekte mit den Kindern aus den beiden Rheumakliniken gewinnen. Konkrete Ideen gibt es mehr als genug!

 

Inseltour

Der Sonntag duftete nach Regen, Kaffee und …Schwefel. Sportlich gesehen war es ein langweiliger Ruhetag. Normalsterblich gesehen war er gigantisch. Amerika mag superlative. So besuchte ich mit einer Gruppe der besten Triathleten der Welt den besten Kaffeeanbau der Welt (auch den teuersten), frühstickte am südlichsten Punkt der USA (verstehe der Welt), besichtigte einen der aktivsten Vulkane der Erde, am nässesten wurden wir im tropischen Regenwald – dem regenreichsten Ort der USA, waren am schwarzesten Sandstrand, und und und. In der Tat, Hawaiis Sehenswürdigkeiten machen die Einheimischen unendlich stolz und die Besucher sprachlos. Leider war das Wetter vor allem an der Regenseite der Insel entsprechend, sodass ich viele Eindrücke aus dem Nationalpark Vucanos mitnahm, aber keine gescheiten Handyfotos bei den Licht- und Wetterbedingungen schießen konnte. Das macht aber nichts, wir sind hier nicht zum Urlaub machen gell …

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Guten Morgen gute Nacht

Hallo Ihr lieben,

heute habe ich sehr viel und intensiv trainiert, weil ein letztes langes Master-Session-Training im Wettkampftempo anstand: 2,4 Km Schwimmen, 110 Km Radfahren und 10 Km laufen. Der Kopf ahnt schon lange, was auf den Körper am kommenden Samstag zukommt und die Beine wissen das nach heute auch schon 🙂

Jetzt bin ich bettreif und werde morgen sehr früh aufstehen müssen, weil eine ganztägige Inseltour mit einem überklimatisierten Reisebus ansteht. Freut euch bitte auf neue Eindrücke bzw. Berichte von heute und morgen, die ich mit euch teilen werde, so bald als möglich. Gute Nacht und bis bald!

Das War der Tag / Neuigkeiten aus den Lavafeldern:

… and legs :)))

Swim & Bike auf Lava

Guten morgen (hier guten Abend),

während Ihr in Europa geschlafen habt, war ich hier ganz fleißig, gell 🙂

Schwimmen war jetzt zum zweiten Mal flüssiger und auch ein bisschen schneller als gestern. Wegen hohen Wellen war das Wasser heute trüb und Delfine haben anscheinend Besseres zu tun gehabt, als lustige Triathleten beim Training abzulenken. Beim Schwimmen war ich darum bemüht, den Rhythmus der Wellen aufzuspüren, oben darauf aus dem Wasser kurz rauszugucken und zu orientieren, sonst sieht man keine Bojen, kein Ufer, gar nichts außer Wasser um sich herum und man weiß nicht genau, wohin man schwimmen muss. Außerdem gibt es Strömungen, die einen wegtreiben, deswegen kann man das nur hier und nicht etwa im Thermalbad in Heidelberg oder im Heddesheimer Badesse richtig erfahren und üben.

Beim Ausstieg nach 45 min in schaukelndem Wasser drehte sich die ganze Insel um mich (leider NICHT im übertragenen sondern im wahrsten Sinne). Es ergab sich nach einpaar Minuten, die ich allerdings am Wettkampftag logischerweise nicht zum Zu-sich-kommen, sondern zum Umziehen und aufs Rad steigen nutzen will. Übung macht den Dalibor also werde ich morgen früh wieder ins Wasser hüpfen oder mit einem 20er-Ticket eine Stunde Karussell fahren mit anschließendem Tempolauf auf der glühenden Highway.

Eine andere Erkenntnis beunruhigt mich ein bisschen: sowohl ein ausgeliehener Schwimmanzug als auch mein Rennanzug, den man am Renntag üblicherweise drunter an hat, schürfen mich beim Schwimmen in dem obersalzigen Ozeanwasser wund ab. Was nun? Entweder kaufe ich hier einen neuen besser passenden Rennschwimmanzug für $250 oder schwimme als wahrscheinlich einziger hier „oldschool“ in einer normalen Badehose und ziehe mich in der ersten Wechselzone komplett um. Zu keiner der beiden Optionen habe ich wirklich Lust, denn eine ist schlicht zu teuer und bei der anderen müsste ich einige Minuten einbüßen. Mal schauen. Für diese Entscheidung habe ich zum Glück ja noch eine Woche Zeit :).

Über die Mittagshitze ging es dann für zwei Stunden aufs Rad (nicht zum Laufen wie angekündigt, sorry), um den Körper und Kopf auf die bald kommende Rennbelastung langsam vorzubereiten. Die Fotos unten sind aus der Strecke auf der Queen-Ka’ahumanu Highway, die sich durch die Lavafelder der Küste entlang zieht. Beim Rennen weckt der Kurs viel Respekt selbst bei starken Radfahrern durch das hügelige Profil, die vom schwarzen Boden aufsteigende Hitze und durch den allgegenwärtigen starken Seiten- und Gegenwind. Schon auf den ersten Kilometern haben mir die runterfließenden Schweißtropfen auf der Innenseite meiner Sonnenbrille jegliche Aussichten auf die Landschaft und auf ein flottes Rennen verschwimmen lassen. Die Bedingungen suf dem Radkurs kann ich nicht anders als hart bezeichnen. Mein Onkel Karel sagt immer, der schlimmste Tod sei vor Schreck. Deswegen locker aber immer schön dran bleiben, zuversichtlich, viel trinken und es wird schon geschehen, was passieren soll. Einen schönen Tag Euch allen! Ich schicke herzliche Grüße und eine positive Welle aus dem Big Island of Hawaii.

Alles da

Jeder Europäer besitzt im Schnitt angeblich ca. zehn Tausend Gegenstände. Ich schätze meine ca. hundertdreißig Sachen, die ich mitgepackt habe, sehr. Daher freue ich mich, dass sich United Airlines nochmals umgeschaut haben, findig wurden und heute meinen irgendwo bei ihnen verloren gegangenen Koffer nachgeliefert haben. Ohne Koffer kein Ironman!

Für Trainigsinteressierte: Am Späten Nachmittag bin ich eine halbe Stunde locker gelaufen einschließlich fünf Steigerungen und genauso lange habe ich Rumpf-Stabi-Übungen gemacht. Morgen steht schwimmen und ein lockerer (!) längerer Lauf in der Mittagshitze im Programm.

Erstes Schwimmtraining

Die ersten Nächte kann man hier vor Hitze und wegen Jetlag sowieso nicht gescheit schlafen, deswegen ging’s heute früh zum „Kailua Pier“. Das ist der Strand in Kona, wo sich der Start und Ziel der IM-Schwimmstrecke befindet. Das Wasser im Pazifik schmeckt so salzig, dass wenn man Nudeln darin kochen möchte, würden sie ungenießbar versalzen schmecken. Und das Wasser wird am Wettkampftag garantiert kochen, wenn nach dem Startschuss aus einer Kanone die mehr als zwei Tausend Starter loslegen. Ich kann nicht abschätzen, wieviel ich am „Big Day“ davon trinken werde, Genuss ist aber sicherlich etwas anderes. Der Wellengang machte mir beim Schwimmen weniger Probleme als ich ursprünglich dachte. Naja, „Schwimmen“ im sportlichen Sinne würde ich den heutigen Aufenthalt im Ozean nicht nennen, weil ich von den vorbei schwimmenden Delphinen (ja!) und dem ganzen Farbfischkino im Wasser unter mir so beeindruckt war, dass ich öfter anhielt, um den Blick noch länger festzuhalten und zu genießen. Da im ca. 27 Grad warmen Wasser etwa ein Kilometer weit weg vom Ufer kam zum ersten Mal ein überwältigendes Urlaubsgefühl bei mir an, nach dem ich mich die letzten Tage um die Ab- und Anreise gesehnt habe. Aloha Kona!

Am Pier treffen sich frühmorgens viele Triathleten zum Schwimmtraining. Der Ironman World Champion Sebastian Kienle war sehr gut gelaunt und zu einem Foto gerne bereit – danke Sebi und good luck!

„Aloha“ aus Kona

… heißt hallo in der Sprache der Einheimischen. Ich bin nach mehr als fünfzehn Stunden angekommen. Mein Fahrrad auch; mein Koffer allerdings noch nicht. Wahrscheinlich morgen. Oder übermorgen? Auf jeden Fall ist er zumindest auf dem richtigen Kontinent, denn beim Umstieg in San Francisco habe ich ihn noch vom Fließband abholen und am Schalter erneut einchecken müssen.

Tja, K O N A! Es war draußen schon stockdunkel, als wir durch das mythische Städtchen durchgefahren sind. Von der Landschaft und vom Meer habe ich daher so gut wie keine Eindrücke bekommen können. Im Gegensatz zum Klima. Die Luft ist erwartungsgemäß warm und …sehr sehr feucht. Seit dem Ausstieg aus dem Flugzeug habe ich das Gefühl, ich wäre in einer gut beheizten Waschküche – um 11 Uhr abends! Im Moment kann ich mir nicht gut vorstellen, wie man hier auf der Insel tagsüber Sport machen kann. Mal schauen, was die nächsten Tage hinsichtlich der Akklimatisierung mit sich bringen. Ich BIN zuversichtlich.

Euch wünsche ich einen schönen beweglichen Ferien- oder Arbeitstag noch (und mir eine gute Nacht).

p.s. Vor dem Flughafen gab es einen netten Empfang vom Reiseveranstalter (m/w) 🙂 Alle Reisendenden bekamen eine echte wohlduftende hawaiianische Blütenkette als Willkommensgeschenk.

Boarding (is boring)

Noch auf dem Festland und schon einen neuen Rekord aufgestellt: zwecks Hungerstillung die teuerste Brezel ever gekauft. Gleich geht’s los Richtung San Francisco. Einen schönen Feiertag, gute Zeit und bis bald. Ich grüße Euch alle!

Special Thanks

… an das ganze Team der Rheumatologischen Praxis von Dres. Ino Gao und Maria Anna Maier. Bei Euch bin ich bestens aufgehoben, mit Eurer Unterstützung kann ich den Alltag gut meistern und darüber hinaus sogar meinen sportlichen Traum leben. Übrigens, Ino ist selbst Läufer und Triathlet, einer der besten seiner Altersklasse. Herzliche Grüße vom Weg zum Flughafen!

By the Way

Ich werde oft gefragt, warum ich mich dafür entschieden habe, Ironman-Wettkämpfe zu machen, obwohl ich Rheuma habe. Die Frage ist naheliegend, denn auf den ersten Blick kann das nicht gesund sein, die 226 Kilometer am Stück und nicht etwa verteilt auf mehrere Tage zurückzulegen. Was aber, wenn ich diese Herausforderung annehme, gerade weil und nicht obwohl ich unter Rheuma leide?
Ein Beispiel verdeutlicht das vielleicht besser: Vergangenen Samstag bin ich mit einem ziemlich steifen Nacken aufgewacht, der sich auch während des Vormittags nicht bessern wollte. Das kennt vermutlich jeder Mensch mit Rheuma. Die Muskeln um die Wirbelsäule waren verspannt. Also entschied ich mich, schwimmen zu gehen. Natürlich tat ich mich anfangs schwer, aber mit jeder verstrichenen Bahn wurde mein Gefühl ein kleines bisschen besser. Während der anderthalb Stunden in einem fünfundzwanzig Meter langen Schwimmbecken hat meine Sportuhr fast viereinhalb Kilometer, über drei Tausend Armzüge, ein Tausend seitliche Einatmungen und hundertsechzig Rollwenden gezählt. Und jetzt kommt das spannende: Der Effekt dieses Trainings glich dem eines Schmerzmittels oder dem von vier Physiotherapieeinheiten nacheinander und wirkte zudem nachhaltiger.
Bitte nicht falsch verstehen: Ich schätze und genieße Physiotherapie sehr und bin mir dessen bewusst, das nicht jedes gesundheitliche Problem im Schwimmbecken zu lösen ist! Schließlich kenne ich auch Situationen, in denen ich rheumabedingt Schmerzmittel benötige, um überhaupt in einen Zustand zu kommen, der es mir erlaubt, ins Schwimmbad zu gehen oder Joga zu üben.
Selbstverständlich muß und soll nicht jeder eine Triathlon-Langdistanz betreiben, sondern seinen/ihren eigenen Weg gehen (oder laufen :-). Ich wage nur zu behaupten, dass jeder fast immer die Wahl hat, Rückschläge in Herausforderungen umzuwandeln und mit diesen aktiv umzugehen. Ich freue mich über jede Nachricht von Euch, die Eure Erfahrung mit diesem Thema sprich Euren Umgang mit Herausforderungen schildert (dalibor.cesak[at]posteo.de).

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Packen

Diese Disziplin habe ich nicht drauf. Das Fahrrad, das übrigens seinen Namen noch sucht und das ich noch später kurz vorstellen werde, ist so gut wie eingetütet. Da fehlt aber bestimmt noch was, oder? Über sinnvolle und/oder skurrile Packvorschläge (vorzugsweise bis ca. 3:00 Uhr) und weitere Kommentare (jederzeit) freue ich mich.

 

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Danke

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Freunde und Unterstützer,

Eure guten Wünsche haben mich in den letzten Tagen auf den unterschiedlichsten Wegen erreicht und sehr gerührt. Für Eure ermutigenden Worte, freundlichen Umarmungen, für’s Schulterklopfen, Daumen drücken und nicht zuletzt für Eure großzügigen Spenden möchte ich Euch von ganzem Herzen danken! Ihr habt so viel für mich getan… auch ich werde für Euch alles geben! Einen Ironman zu bestreiten bedeutet unglaubliche Höhen und Tiefen zu durchlaufen. Das überwältigende Gefühl, dass Ihr in Euren Gedanken mit dabei seid, dass Ihr mich anfeuert, mit mir fiebert, den Wahnsinn erkennt und trotzdem mittragt, wird mir Antrieb sein. Es ist schön zu wissen, dass ich in den glühenden Lavafeldern nicht alleine bin, sondern auf Eure Unterstützung zählen kann.

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Letztes Radtraining auf dem Festland

Zwei Wochen bis zum Wettkampf. Heute stand eine letzte umfangreiche Trainingseinheit (Mastersession) auf dem Festland an: 2,5 Km Schwimmen, 150 Km Radfahren im Wettkampftempo und ein bisschen Laufen hinten dran. Mit 15 Grad war es relativ kühl aber immerhin schön sonnig im Odenwald. Das Material hält, meine Beine auch und der Stoffwechsel hat einen vorletzten Anreiz vor dem Abflug bekommen. Morgen ist mein letzter Arbeitstag. Am Dienstag werde ich packen, ca. 80 min. laufen und eine halbe Stunde meine geliebten Übungen für die „Problempartien“ Bauch&Rücken machen, bevor es dann am Mittwoch Vormittag endlich zum Flughafen nach Frankfurt a. M. geht.

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Willkommen in meinem Blog

Über diesen Blog werde ich Euch auf dem Laufenden halten bezüglich meines Abenteuers Ironman auf Hawaii 2018. Ich freue mich sehr, meine Eindrücke und Erlebnisse mit Euch teilen zu dürfen.
Checkliste: Das Training läuft. Mein Urlaub wurde vom Arbeitgeber wohlwollend genehmigt. Die Einreisegenehmigung in die USA wurde eingeholt. Die Startgebühr über 1000$ ist bezahlt. Die Traumreise samt Unterkunft in Kailua-Kona mit dem Gesamtbudget 5800$ (ausgenommen Coach- und Materialkosten wie Zeitfahrrad etc.) ist geplant und gebucht. Die Gänsehaut macht sich bemerkbar. Das Nötigste habe ich auch schon gepackt 🙂 :
Hawaii gepackt